helper

diakonisch arbeiten 2022 - Fortbildungen im Ev. Diakonissenmutterhaus

Bleibende Spuren

Eine Kindheit in der Kriegs- und Nachkriegszeit

Friedrich Scherrer

Mittwoch, 2. März         10-15 Uhr

Sie begegnen in Ihrer Arbeit älteren Menschen, deren Kindheit in der Kriegs- und Nachkriegszeit liegt. Bis heute leiden sie möglicherweise an körperlichen und seelischen Problemen, die im Zusammenhang mit der frühen Prägung in ihrer Kindheit stehen. Oft war es ihnen kaum möglich, ein gesundes Empfinden für ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu entwickeln. Sie mussten funktionieren in der Kriegs- und Nachkriegszeit.

Wie können wir mit den tief sitzenden Erinnerungen und den damit verbundenen Gefühlslagen älterer Menschen umgehen, sie verstehen und ihnen gerecht werden?

Vor dem spezifischen biographischen Hintergrund werden die Problemlagen, Sensibilitäten, Konflikte und auch Chancen im Umgang mit älteren Menschen thematisiert und anhand praktischer Beispiele erläutert. Ziel wird sein, ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse und Ausdrucksweisen älterer Menschen zu gewinnen. Als Gesprächspartner*in wird sich auch eine betroffene Person einbringen.

 

 

 „Steh auf und iss!“

Erschöpfung verstehen – Kraftquellen erschließen

Sigrid Pfäfflin und Thomas Rothe

Mittwoch, 6. April          9-13 Uhr

Erschöpfungszustände bis hin zu einer umfassenden Antriebslosigkeit sind nicht erst ein Phänomen von heute. Früher sprach man von der „Elia-Müdigkeit“ und dachte dabei an eine biblische Person, die nach größter Anstrengung sämtliche Kräfte verloren hatte und in die Wüste lief, um sich dort aufzugeben. Dort erlebte Elia auf unerwartete Weise das Aufkeimen neuer Kräfte.

Entlang dieser eindrücklichen Geschichte werden wir das Erschöpfungssyndrom verstehen lernen und mit eigenen Erfahrungen abgleichen. Wir werden die Kraftquellen Elias bildhaft als Impulse für uns zu füllen versuchen. Eine religiöse Grundhaltung ist keine Voraussetzung für eine gewinnbringende Teilnahme an der Fortbildung.

Ziel der Fortbildung ist es, ein Erschöpfungssyndrom möglichst frühzeitig zu erkennen und eigene Kraftquellen freizulegen.

 

 

 

Moralischer Disstress

Umgang mit moralischer Belastung am Arbeitsplatz

Thomas Rothe

Mittwoch, 27. April                      9-13 Uhr                          

Im Arbeitsalltag begegnen Ihnen ethische Herausforderungen, z.B. bei kollidierenden Interessen, bei der Verteilung der Ressourcen Zeit und Kraft, bei Kommunikationsproblemen, bei unbeabsichtigtem Fehlverhalten. Nicht selten bleibt bei den Akteuren ein belastender moralischer Rest zurück.

Studien haben ergeben, dass ein hohes Maß an immer wieder auftretenden moralischen Belastungen, die nicht bearbeitet werden, zur Unzufriedenheit mit dem Arbeitsplatz führen kann bis hin zum Berufswechsel. Neben der Burnoutgefahr ist eine weitere Gefahr der Coolout, d.h. die abnehmende Bereitschaft, ethische Probleme zu erkennen und Verantwortung zu übernehmen.

In dieser Fortbildung können Sie sich über die Auslöser und Risikofaktoren informieren und im kollegialen Austausch sowie auf der Grundlage eigener Erfahrungen Strategien zur Stärkung Ihrer moralischen Resilienz entwickeln.

 

 

 

 

Die Geschichte meines Lebens

Schreibend das eigene Leben verstehen

Heike Scherer und Thomas Rothe

Mittwoch, 11. Mai         9-13 Uhr

Das Erzählen aus dem eigenen Leben, das Bewahren von wichtigen Ereignissen oder auch kleinen Anekdoten ist für viele Menschen wichtig. In dem Ansatz der "Würdezentrierten Therapie (Dignity Therapy)" kommt dem Erzählen am Lebensende besondere Bedeutung zu.

Doch kleine oder große biographische Ereignisse zu erzählen oder aufzuschreiben macht nicht erst am Lebensende Sinn. Das Erzählen oder Aufschreiben der eigenen Geschichte kann helfen, Erlebtes besser zu verstehen, und anregen, die Geschichte des eigenen Lebens neu und anders weiter zu schreiben, weiter zu leben.

In dieser Fortbildung möchten wir den Ansatz der "Würdezentrierten Therapie" vorstellen und zum Ausgangspunkt nehmen für das Schreiben aus und an der eigenen Lebensgeschichte. Neben Anregungen für kreative Schreibübungen soll ausreichend Zeit zum individuellen Ausprobieren sein. Auf diesem Weg kann auch ein neues Verständnis für biographisches Erzählen von Menschen in unserem Arbeitsfeld entstehen.

 

 

 

 

Schäm dich (nicht)! 

Scham und Entschämung als Schlüsselerlebnisse

Kristin Sbresny  und Thomas Rothe

Mittwoch, 1. Juni           9-13 Uhr

Scham ist ein Empfinden, das niemand mag, aber jeder kennt. Wer Scham verspürt, ist bis in die Tiefe des eigenen Selbstbildes getroffen. Ob man sich von sich aus schämt oder von anderen beschämt wird: Scham erstickt Lebendiges im Keim und macht Menschen klein.

In dieser Fortbildung werden wir uns anschauen, welche Situationen der Beschämung wir im Blick auf die uns anvertrauten Menschen kennen und welche im Blick auf uns selbst als Mitarbeiten:innen in einem sozialen Beruf. Gemeinsam werden wir nach Wegen der Entschämung suchen, um andere und uns selbst von unnötigem Ballast zu befreien.

Ziel ist es, mit Hilfe der Begriffe „Scham“ und seinem Gegenbegriff „Würde“ belastende Alltagserlebnisse lösen zu können. 

 

 

 

Mitgefühlserschöpfung

Indirekte Traumatisierung und ihre Folgen

Monika Wirthle und Thomas Rothe

Mittwoch, 29. Juni         9-13 Uhr

Ihre Empathiefähigkeit stellt eine wesentliche Kompetenz im Umgang mit Patient:innen, Bewohner:innen und Gästen dar. Die Arbeit mit Menschen in Extrem- und Notfallsituationen kann deshalb umso schmerzhaftere Spuren hinterlassen.

Mit ihrem Einfühlungsvermögen sind Helfende verletzbar bis hin zur indirekten oder sekundären Traumatisierung. Dies kann durch einzelne Ereignisse ausgelöst werden ebenso wie durch länger anhaltende emotionale und körperliche Belastungen. Aus Selbstschutz kann sich eine Mitgefühlserschöpfung (Compassion Fatigue) einstellen.

In der Fortbildung werden Zusammenhänge erläutert, die eine Basis für den eigenen  Selbstschutz darstellen. Gemeinsam mit Ihnen werden wir präventive Schutzmöglichkeiten erarbeiten. Dabei stellen wir Ihnen das ABC der Selbstfürsorge vor. Hierbei gilt es, Selbstschutz zu stärken, Empathiefähigkeit zu erhalten und beides in ein Gleichgewicht zu bringen. 

 

 

 

 

Hut ab!                    

Sich und die eigene Arbeit wertschätzen

Thomas Rothe

Mittwoch, 14. Sept        9-13 Uhr

In Ihrem Beruf leisten Sie Beziehungsarbeit und möchten anderen Menschen mit Wertschätzung begegnen. Ebenso bedeutsam ist die Wertschätzung der eigenen Person und der eigenen Tätigkeit. Ansonsten droht ein Ausverkauf der eigenen Kräfte, im schlimmsten Fall ein Burnout.

Wie können Fürsorge und Selbstsorge in ein gesundes Gleichgewicht kommen? Wo suche und wo finde ich Bestätigung von außen? Welche Selbstwertschätzung finde ich in mir? Was gibt mir das sichere Gefühl, dass es Sinn macht, diesen Platz auszufüllen? Wie kann ich Durststrecken durchstehen, ohne am eigenen Wert zu zweifeln?

Die Fortbildung soll Sie darin bestärken, den eigenen Wert und den Wert Ihrer beruflichen Leistung zu schätzen und zu achten.

 

 

 

Federn lassen und dennoch schweben

Sinn erleben angesichts des Bruchstückhaften

Thekla Röhrs und Thomas Rothe

Mittwoch, 12. Okt          9-13 Uhr

Mit Menschen zu arbeiten kann als ausgesprochen erfüllend und sinnstiftend erlebt werden. Zugleich sehen wir uns jedoch immer wieder konfrontiert mit dem nur bruchstückhaften Gelingen unseres Bemühens: ein Behandlungsziel kann nicht erreicht werden, eine Anstrengung greift ins Leere, ein engagiertes Angebot wird abgelehnt, ein gestecktes Ziel scheitert. In diesem Erleben sind wir womöglich nahe bei den Menschen, für die wir uns engagieren.

Federn zu lassen – das ist auch im sozialen Berufsfeld unvermeidlich. Dennoch zu schweben, das ist – nach Hilde Domin – das Geheimnis des Lebens.

Die Fortbildung soll helfen, trotz des Belastenden und Bruchstückhaften unseres Engagements einen Sinn in unserem Handeln wahrzunehmen und lebendig zu halten.

 

 

 

 

Selbstfreundschaft

Spielräume gewinnen zur Sorge für sich selbst

Susanne Lucke und Thomas Rothe

Mittwoch, 26.10.            9-13 Uhr

Selbstsorge ist ein wesentlicher Aspekt, um gesund und zufrieden durch das Berufsleben zu gehen. Doch gerade Menschen in sozialen Berufen vergessen oftmals, für sich selber genauso gut zu sorgen wie für andere Menschen.

Meist wissen wir bereits, was uns guttäte, doch es fehlt die Umsetzung. Je stressiger der Alltag wird, desto mehr gerät die Selbstsorge in den Hintergrund. Doch gerade dann bräuchten wir eine liebevolle Aufmerksamkeit uns selbst gegenüber – und klare, persönliche Entscheidungen.

Ausgehend von dem Gedanken der Selbstfreundschaft beginnt diese Fortbildung mit dem Sammeln wichtiger Aspekte der Selbstsorge. Den Schwerpunkt werden aber Fragen der Umsetzung bilden: Was hindert mich? Was lockt mich? Welchen Preis bin ich bereit zu zahlen, wenn ich mich für eine ausgewogene Sorge meiner selbst entscheide? Ziel ist es, den Wunsch, für sich selber zu sorgen, in die Tat umsetzen zu können.

Finden Sie hier unsere aktuellen Bildungsangebote.